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Was tun bei Rosazea?

Rosazea

Rosazea ist eine Entzündung der Gesichtshaut, besonders des mittleren Gesichtsdrittels. Diese Hautkrankheit ist an sich harmlos und tritt in der Regel bei Erwachsenen im mittleren Lebensalter auf, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Oft sind es hellhäutige Personen, besonders der „keltische Typ“ (rothaarig, hellhäutig, sommersprossig). Die Krankheit entwickelt sich über eine lange Zeitperiode und die ersten Anzeichen werden meistens nicht beachtet oder falsch interpretiert. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein.

Symptome:

  • Tendenz zu schnellem Erröten, rötliche Ausstrahlung der Haut um Nase und Wangen, extrem empfindliche Reaktionen auf Kosmetik. Besonders das mittlere Gesichtsdrittel (Nase, Wangen, Stirn, Kinn) ist betroffen.
  • Wiederkehrende charakteristische Rötungen, die wie ein Schmetterling Nase und Wangen bedecken.
  • Pusteln und Knötchen – führen leicht zu Verwechslungen mit Akne oder perioraler Dermatitis.
  • Knollennase durch starke Talgdrüsenwucherungen (betrifft fast ausschließlich Männer).
  • Ungefähr die Hälfte der Betroffenen hat auch mit Augenproblemen wie Bindehaut- und Lidrandentzündungen, Trockenheit der Augen oder Hornhautentzündung zu kämpfen. In einigen Fällen gehen die Augenprobleme den Hauterscheinungen voraus.
  • Anhaltende Rötungen und Bildung von Äderchen (Grad 1).
  • Entzündliche Hautknötchen und Pustel, einzeln oder in Gruppen (Grad 2).
  • Entzündliche Knoten und flächige Infiltrate (Grad 3).


Verlauf:
Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein. Einzelne Symptome können stark ausgeprägt sein oder die Krankheit kommt in einem Stadium zu Stillstand. Im Laufe der Zeit kehren die betroffenen Hautgebiete nicht mehr zu ihrer normalen Farbe zurück und bleiben rot. Andere Symptome wie vergrößerte sichtbare Blutgefäße (Teleangiektasien) treten auf, schuppige Stellen, fettige Haut, erhöhte Hautempfindlichkeit werden offensichtlicher. Die charakteristische Rötung der Haut, die oft von äußeren Umständen abhängig ist, führt bei vielen Patienten zu einer psychischen Belastung.

Ursachen:
Es sind noch keine Ursachen wissenschaftlich bewiesen, jedoch werden einige diskutiert.

  • Vorliegen einer gestörten Regulation der Blutgefäßversorgung zwischen Gehirn und Gesichtshaut.
  • UV-Licht
  • Genetische Veranlagung
  • Vitamin D3 Mangel
  • Magensaftstörung
  • Lebererkrankungen
  • Besiedelung des Magen-Darm-Trakts mit dem Bakterium Helicobacter Pylori/Darmprobleme.
  • Die Hautmilbe Demodex Folliculorum
  • Oft ist auch von psychischen Ursachen die Rede. Stress und Konfliktsituationen können möglicherweise zum Ausbruch der Krankheit beitragen und die Schwere des Verlaufs mitbestimmen.

Auslöser (Trigger):
Es gibt Auslöser, die ein Aufflammen der Rötungen bewirken. Jeder Patient hat individuelle Auslöser, die er erkennen und nach Möglichkeit vermeiden sollte. Es handelt sich um Faktoren, die die Haut reizen oder die Blutgefäße erweitern:

  • Hitze
  • Sonneneinstrahlung
  • Starke Anstrengung
  • Kälte/kalter Wind
  • Temperaturwechsel
  • Saunabesuche
  • Dampfbäder
  • Heisse Getränke
  • Scharfe Gewürze
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Rubbeln der Haut
  • Stress/Aufregung

Wer seine persönlichen Auslöser kennt, sollte sie dann meiden, wenn es die Lebensqualität an anderer Stelle nicht einschränkt. Die Symptome lassen sich mit einer konsequenten und angepassten Therapie in den Griff bekommen.


Hautpflege:
Ein mildes Reinigungsprodukt, ein beruhigendes, nicht irritierendes Gesichtswasser, ein leichtes Feuchtigkeitsfluid mit Antioxidanzien, hautidentischen und zellkommunikationsfördernden Inhaltsstoffen am Abend und fettfreier Sonnenschutz tagsüber sind die Grundlagen der Gesichtspflege bei Rosazea.

Weniger ist hier mehr. Nichts verwenden, was durchblutungsfördernd wirkt. Dazu gehören zum Beispiel anregende Antifaltencremes, aggressive Mittel, Peelings, antrocknende Gesichtsmasken, Cremepackungen, Dampfbäder, Saunabesuche, heisses oder eiskaltes Wasser und Wechselbäder. Keine alkoholhaltigen Produkte verwenden. Ausnahme: Zum Beispiel die Nachbehandlung der Haut nach einer Isotretinoin-Therapie mit Fruchtsäureprodukten. Diese enthalten zum Teil Alkohol. Hier bitte Rücksprache mit dem Arzt halten! Keine fettigen Cremes (Wasser in Öl) verwenden, möglichst nur Öl-in-Wasser Emulsionen und ölfreies Make-up.

Gegen Schwellungen und Rötungen können Kompressen mit kühlem Schwarztee (Wattepads mit Tee tränken) helfen. Für erfahrene Patienten: Die Haut freut sich auch darüber, wenn sie gelegentlich gar nicht eingecremt wird (ausprobieren, evtl. 1 x wöchentlich nachts frei lassen und schauen, wie das der Haut bekommt). Mit der Zeit entwickelt man normalerweise ein Gefühl für die eigene Haut und weiß, was sie braucht.


Therapie:
Eine Heilung der Rosazea ist nicht immer möglich, die Symptome können jedoch immer günstig beeinflusst werden, wenn die Therapie dem Schweregrad angepasst ist. Es gibt eine Reihe von Salben, Cremes und Antibiotika. Eine Sonderstellung als „Wundermittel“ nimmt das Medikament Roaccutan (Wirkstoff Isotretinoin) ein.

Die besten Ergebnisse, besonders bei schweren Rosazea-Formen, werden mit Isotretinoin erzielt. Dabei handelt es sich um einen Abkömmling der Vitamin-A-Säure. Die Therapiedauer beträgt meist mehrere Monate. Die Remissionen (Rück- oder Fortgang der Symptome) halten oft über Jahre an, also ein Präparat mit Langzeitwirkung. Die Wirkungsweise von Isotretinoin ist nur teilweise bekannt. Es hemmt die Taldrüsenfunktion abhängig von der Dosis und Therapiedauer um bis zu 90 Prozent des Ausgangswertes. Ausserdem wirkt es entzündungshemmend, beseitigt Ödeme und entzündliche Papeln, Pusteln und Knoten.

Mit der rechtzeitigen Gabe von Isotretinoin kann eine Narbenbildung, die bei schweren Rosazea-Formen nicht auszuschließen ist, verhindert werden. Bei Frauen kann eine Isotretinoin-Behandlung mit Antiandrogenen kombiniert werden.

Nachteile:
Isotretinoin (Roaccutan) hat eine stark fruchtschädigende Wirkung. Frauen, die mit dem Medikament behandelt werden, müssen eine sichere Verhütung, am besten die Anti-Baby-Pille anwenden. Weitere Nebenwirkungen sind Lippentrockenheit , Hautreizungen- und Schuppungen im Gesicht, trockene Nasenschleimhaut/Nasenbluten, Juckreiz, Trockenheit und Reizungen der Augen, Leichter Haarausfall, Verdünnung der Haut, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Die Blutwerte sollten regelmäßig überprüft werden, da es selten zu einer Erhöhung der Blutfett- und Leberwerte kommen kann.

Es wird nicht selten von Depressionen und Magen-Darm-Problemen berichtet. Die Anwendung von Roaccutan sollte deshalb gut überlegt sein, doch gibt es oftmals keine in der Wirkung vergleichbare Alternative.

Weitere Therapien

Photoderm-Therapie:
Die hochenergetische Blitzlampe des Photoderm erzeugt kurze intensive Lichtimpulse, die zu einer Verödung der Äderchen führen. Das breite Spektrum der Lichtquelle wird über einen Spezialfilter an den individuellen Hauttyp angepasst. Neben Feuermalen, Tätowierungen oder Altersflecken werden auch permanente Rötungen und Äderchen, wie sie für Rosazea typisch sind, behandelt. Je nach Größe der zu behandelnden Fläche sind mehrere Sitzungen nötig.

Antibiotika:
Lokal verabreichte Antibiotika wie Erythromycin, Tetrazykline oder Clundamyzin sollen bei Rosazea gelegentlich wirksam sein. Über Nacht eignen sich schwefelhaltige Pasten.

Metronidazol:
Eine lokale Behandlung mit Metronidazol in einer Konzentration von 0,75 bis 2 Prozent ist wirksam gegen Pusteln. Rötung und Äderchen sollen jedoch kaum beeinflusst werden. Der Wirkstoff gilt als Standardmittel zur äußerlichen Anwendung bei Rosazea.

Vitamin-A-Säure:
Bei Rosazea papulopustulosa ist 0,025 Prozent Vitamin-A-Säure wirksam gegen Papeln, Pusteln, Rötungen und Äderchen.
Nachteil: Vitamin-A-Säure kann die empfindliche Rosazea-Haut irritieren, weshalb die Anwendung gut überlegt sein sollte.

Isotretinoin als Creme:
Eine 0,2 prozentige Isotretinoin Creme soll zu guten Ergebnissen geführt haben, doch liegen dazu bisher nur geringe Erfahrungen vor. Die antientzündlichen Wirkung von Isotretinoin reduziert Papeln und Pusteln. Die Irritationen der Haut sind geringer als bei Vitamin-A-Säure.

Adapalen:
Adapalen ist ein Verwandter der Vitamin-A-Säure. Adapalen hat den Vorteil, nicht durch das Sonnenlicht zerstört zu werden und scheint weniger zu Hautirritationen zu neigen. Es vermindert ebenfalls wie die bereits genannten Wirkstoffe die Talgproduktion und kann zur Austrocknung und Schuppung führen.

Azelainsäure:
Azelainsäure hat eine Wirkung auf Hautknötchen, Pusteln und Rötung. Äderchen (Teleangiektasien) werden nicht beeinflusst. Das Ergebnis wird auf die antientzündliche Eigenschaft der Azelainsäure zurückgeführt.

Ichthyol-Salbe:
Ichthyol ist schwefelhaltiges Schieferöl und riecht ähnlich wie Teer. Im Gegensatz zu Teerprodukten steht es aber nicht im Verdacht, krebserregend oder erbschädigend zu wirken. Seine antibakterielle Wirkung dient zur Minimierung der Papeln und Pusteln. Es wirkt zugleich gegen Pilze. Bei längerer Behandlung kann es aber auch hier zu einem Nachlassen der Wirkung kommen.

Lichtschutzmittel:
Die Haut von Rosazea-Patienten reagiert sehr empfindlich auf Sonneneinstrahlung, deshalb werden starke Lichtschutzmittel mit einem UV-B-Lichtschutzfaktor von 15 und mehr in Kombination mit einem UV-A-Filter empfohlen.

Operative Methoden:
Auffällige Teleangiektasien (Äderchen) können in mehreren Sitzungen mit verschiedenen Lasersystemen oder einer feinen Diathermienadel dauerhaft verödet werden.

Beim Rhinophym (Knollennase) wird das gewucherte Gewebe mit CO2-Laser abgetragen, bis eine normale Nasenform erreicht wird. Bei der Korrektur einer Knollennase werden sehr gute Erfolge erzielt. Behandlungen mit Isotretinoin vor und nach der Operation über mehrere Wochen haben sich bewährt.

Antibiotika zur inneren Anwendung:
Tetrazykline über mehrere Wochen sollen sehr wirksam sein. Der Wirkungsmechanismus der Tetrazykline ist nicht ganz geklärt. Sie besitzen eine antientzündliche Wirkung, die nicht an die antibakterielle gebunden ist. Nachteil ist, dass es schon wenige Wochen nach der Behandlung zu Rezidiven (Rückfällen) kommen kann. Bei einer Augenbeteiligung sind Tetrazykline die Mittel der Wahl.

Metronidazol:
Metronidazol hat sich als wirksam gegen Rosazea erwiesen, besonders bei papulopustulösen Formen. Von einer längeren Behandlungsdauer ist jedoch abzuraten, da unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können.


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