| |
Sonnenschutzmittel – nur im Sommer?

Gerade jetzt im Sommer füllt das Thema Sonnenschutzmittel viele Seiten in Illustrierten und Modemagazinen. Kosmetikhersteller, Parfümerien, Drogerien, Apotheken und selbst Discounter werben massiv für Sonnenschutzlinien, Selbstbräuner, Bronzer und Co., als ob die Sonne nur im Sommer scheinen würde.
Brauchen wir Sonnenschutzmittel nur im Sommer oder wenn wir uns in der Sonne aufhalten? Machen Sie den Test: Schauen Sie sich die Bereiche Ihres Körpers an, die nie oder äußerst selten der Sonne ausgesetzt waren, und vergleichen diese mit denjenigen, die täglich Sonne abbekommen haben. Spätestens wenn Sie über 30 sind sehen Sie den Unterschied. Die Körperteile, die der Sonne wenig ausgesetzt waren wie z. B. Po, Brust, Innenseite der Arme, Schenkel, sehen weder trocken, fleckig oder faltig aus. Im Gegensatz zu den Hautgebieten, die regelmäßig Sonne sehen – diese neigen mehr zu Hautproblemen und sehen „älter“ aus. - Sonneneinwirkung schädigt nackte Haut von der ersten Minute an, egal ob Sommer oder Winter.
- Sonnenschäden sind die wichtigste Ursache für Faltenbildung, Hautalterung und Hautkrebs. Nichts bekämpft Falten besser als Sonnenschutz!
Die Sonne hat natürlich nicht nur negative Auswirkungen auf die Haut, sondern ist unabdingbar für die Produktion von Vitamin D. Vielleicht fragen Sie sich, ob Sonnenschutz die Vitamin D-Produktion beeinträchtigt oder gar verhindert. Verschiedene Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen, die Sonnenschutzmittel benutzen, kein Vitamin D-Defizit haben. Kein Mittel ist in der Lage, 100 %-igen UV-Schutz zu gewähren und selbst kleine Summen UVB Licht reichen für die Vitamin D-Produktion aus. Deshalb geht es bei dem Thema Sonnenschutz darum, die Haut vor den negativen Einflüssen der Sonne zu schützen. Sonnenbrand Einen Sonnenbrand zu bekommen scheint nichts Besonderes zu sein. Statistiken sagen, dass einer von drei Erwachsenen im letzten Jahr einen Sonnenbrand hatte. Diejenigen mit Sonnenbrand hatten teilweise sogar mehrere und erschreckenderweise sind viele junge Leute im Alter von 18 bis 24 Jahren darunter. Junge Leute möchten gern sehr braun sein. Sie setzen gebräunte Haut mit gesundem Aussehen gleich und finden Blässe nicht attraktiv, was sie zudem zu den Hauptkunden der Sonnenstudios macht. Aber: Sie sehen die Langzeitschäden erst in ca. 20 Jahren. Auch wenn die Bräune langsam und ohne Sonnenbrand erworben wird, ist der Langzeitschaden genauso vorhanden. Sonnenbrand, egal in welchem Alter, erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. UVA und UVB Sonnenstrahlen schenken uns vor allem Wärme und Licht. Unter Licht versteht man den sichtbaren Anteil der Sonnenstrahlen, der aus den sogenannten Spektralfarben, also Rot, Gelb, Grün und Blau besteht. Andere Anteile der Sonnenstrahlen können wir mit dem menschlichen Auge nicht erkennen: Die ultraviolette und die infrarote Strahlung. UVA lässt die Haut altern Die langwelligen UVA-Strahlen werden durch die den Erdball umgebenden Luftschichten so gut wie gar nicht gefiltert. Natürliche UVA-Strahlen haben nicht das Potenzial, einen Sonnenbrand auszulösen. Jedoch können sie im Gegensatz zu UVB-Strahlen durch die Basalzellschicht, aus der die neuen Zellschichten heranwachsen, hindurch dringen bis in die Unterhaut (Dermis) und dort Schäden im Bindegewebe verursachen. UVA-Strahlen sind somit die wichtigsten „Beschleuniger“ der Hautalterung. Neue Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass auch UVA in hohen Dosen zur Hautkrebsbildung beiträgt. Bislang war es für die Entstehung von Hautkrebs als bedeutungslos eingestuft worden. Auch UVA kann bräunen. UVA-Strahlen führen durch die Sofortpigmentierung zu einer Nachdunkelung bereits vorhandener Melaninvorstufen, die normalerweise nach 24 Stunden wieder verschwindet. Die in Solarien und auch zu medizinisch-therapeutischen Zwecken eingesetzten UVA-Hochleistungsstrahler arbeiten mit einer so hohen UVA-Strahlendosis, dass es darüber hinaus zu einer Neubildung von Melanin kommt. Das Ergebnis ist eine rasche, lang anhaltende Bräunung. UVB brennt sich in die Haut ein Energiereicher als UVA sind die kurzwelligen UVB-Strahlen, die für die Entstehung von Sonnenbrand, Krebsvorstufen und Hautkrebs verantwortlich sind. Diese Strahlen werden zu einem Großteil von der Ozonschicht abgefangen. Aber durch die schwankende Dicke der Ozonschicht ist der Anteil an UVB in den letzten Jahren gestiegen. Im Gebirge ist der Anteil der UVB-Strahlen höher als im Flachland, da der Streuverlust geringer ist. Pro 1000 Höhenmeter nimmt die UVB-Intensität um 15 bis 20 Prozent zu. UVB schädigt die Erbsubstanz UVB-Strahlen dringen in die Oberhaut ein und können die Erbsubstanz der Hautzellen so schädigen, dass das natürliche Reparatursystem der Haut diese nicht mehr beheben kann. Fehlerhafte Reparaturvorgänge führen dann dazu, dass fehlerhafte Informationen an die Tochterzellen weitergegeben werden und die Zellen mutieren. Langfristig kann UVB zu chronischen Hautschäden, Krebsvorstufen und zu Hautkrebs führen. Egal, ob es sich um natürliches UVB aus dem Sonnenlicht oder künstliches UVB aus Bestrahlungsgeräten handelt. Entscheidend für die Entstehung von Hautkrebs und seinen Vorstufen ist vor allem die Dosis der UVB-Bestrahlung, die man kumulativ über die Dauer des Lebens erhält. Daher zeigen sich mehr als 95 Prozent aller Hautkarzinome an Körperpartien, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: Im Gesicht, an Hals und Nacken sowie an Händen und Armen. Um sich vor den schädlichen UVB-Strahlen zu schützen, verfügt die Haut über ausgeklügelte Selbstschutzmechanismen. Zum einen verdickt sich die Hornschicht über der Epidermis, wodurch die Menge der eindringenden UVB-Strahlen deutlich reduziert wird. Zum anderen wird in der Epidermis Melanin produziert, das sich wie eine Kappe über den Zellkern legt und diesen schützt. Sichtbare Folge: Die Haut wird braun.
Hier einige Tips zur Auswahl des richtigen Sonnenschutzmittels:- Entscheiden Sie sich unbedingt für ein Mittel, das neben UVB auch UVA-Strahlen abhält.Der Lichtschutzfaktor (LSF) bezieht sich nur auf den UVB- Schutz. Die Zahl gibt an, wieviel mal länger man im Vergleich zur Eigenschutzzeit in der Sonne bleiben kann, ohne dass die Haut sich rötet.
- Angaben über die Wirksamkeit des UVA-Filters fehlen häufig – besonders, wenn in dem entsprechenden Produkt nur ein schwacher UVA-Filter zu finden ist. Tipp: Ein UVA-Faktor von 5 bis 6 sollte auf jeden Fall in Ihrem Sonnenschutzmittel oder Sonnencreme zu finden sein. Dann kommt 5 bis 6 mal weniger UVA-Energie auf die Haut.
- Wer zu Sonnenallergien neigt, braucht einen lückenlosen UV-Schutz, der nur durch die Kombination mehrerer Filter in einem Produkt erreicht werden kann. Achten Sie daher auf die Produktbeschreibung Ihres Sonnenschutzmittels oder fragen Sie Ihren Apotheker oder Hautarzt.
- Bei Allergieneigung und sehr empfindlicher Haut können Produkte, die Titandioxid, Zinkoxid und/oder Avobenzon zum Sonnenschutz enthalten, die erste Wahl sein. Probieren Sie es aus.
- Sonnenschutzmittel oder Sonnencreme für Kinder haben normalerweise einen LSF von 25 und mehr und enthalten keine Duftstoffe.
- Der Preis eines Produktes sagt nichts über die Wirkung aus. In allen Preisklassen gibt es guten und schlechten Sonnenschutz. Mit einer teuren Creme oder Sonnenmilch geht man eher sparsam um, womit man sich keinen Gefallen tut.
Anwendung

- Sonnenschutzcremes großzügig auf alle Körperteile auftragen, die dem Tageslicht ausgesetzt sind - und das mindestens 15 bis 20 Minuten vorher. Warten Sie niemals mit dem Eincremen bis Sie am Strand oder im Schwimmbad sind.
- Auch an wolkigen und bedeckten Tagen sind Sonnenstrahlen präsent und haben einen Einfluss auf die Haut. Selbst wenn Sie sich im Schatten aufhalten oder einen Hut tragen, sind Sie nur gegen einen kleinen Teil der Strahlen geschützt.
- Vergessen Sie nie, dass Wasser, Sand, Schnee und Höhe (Gebirge) die Strahleneinwirkung potenzieren.

- Nach dem Schwimmen oder Schwitzen erneut eincremen.
- Wenn Sie im Gesicht mehrere Pflegeprodukte hintereinander auftragen, sollte das letzte den Sonnenschutz enthalten.
- Auch Kleidung kann einen Teil der Sonnenstrahlen abhalten. Dunkle Farben sind besser als helle, trocken wirkungsvoller als nass.
Sonnenschutzmittel: Gebräuchliche Abkürzungen
Deutsche Produkte LF oder LSF (Lichtschutzfaktor für UV-B-Strahlen). Beim LSF 15 werden bereits 90 % der UV-B-Strahlen gefiltert - beim LSF 20 sind es schon 96 %. Französische Produkte IP (Indice de Protection) Amerikanische Produkte SPF (Sun Protection Factor). Der angegebene Lichtschutzfaktor liegt um etwa ein Drittel höher als der von deutschen, französischen und britischen Produkten. Europäische Produkte sind untereinander vergleichbar. Britische Produkte UPF (Ultraviolet Protection Factor) Schützen Sie Ihre Haut täglich! Sie wird es Ihnen danken.
Zurück von Sonnenschutzmittel zu Make up
Zurück von Sonnenschutzmittel zu Farb-und-Stil-Coach Home
Neu! Kommentare
Sagen Sie Ihre Meinung über das,was Sie gerade gelesen haben!
|