Piercings und Tattoos
Piercings und Tattoos liegen im Trend. Längst vorbei die Zeiten, wo diese Seeleuten und Verbrechern vorbehalten waren. Egal ob Arme, Rücken, Bauchnabel, Lippe oder Augenbraue, etwa 8 Millionen Deutsche, meist jüngere Menschen, haben sich bereits pieksen und stechen lassen.

In den meisten Arbeitsverträgen steht heute, dass dieser offensichtliche Körperschmuck nicht erlaubt ist. Er ist zwar Privatsache, da er dem Persönlichkeitsrecht unterliegt, trotzdem kann er für die Vergabe eines Arbeitsplatzes ausschlaggebend sein.

Tattoos

Im jungen Alter denken viele nicht über die Konsequenzen nach, die ein Tattoo mit sich bringen kann. Wenn es einem später nicht mehr gefällt oder es sich an einer immer sichtbaren Körperstelle befindet, hat man ein Problem.

Tätowierungen lassen sich nur schwer entfernen. Die einzig wirksame Methode ist Lasern. Sie ist nicht nur teuer, sondern auch schmerzhaft und meistens bleiben Narben zurück.

Wie wird eine Tätowierung gemacht?
Tought girl with a bunch of biker chick tattoesDer Begriff „ein Tattoo stechen“ verrät es schon: Mit Hilfe von Nadelstichen werden Farbpigmente in die Haut gebracht. Die Nadel befindet sich an einem elektrischen Tätowiergerät, schnellt bis zu 3000 Mal pro Minute auf und ab und erreicht Tiefen zwischen einem und drei Millimetern.

Damit die Tätowierung auf Dauer hält, muss die Farbe auf die Lederhaut aufgetragen werden, da sich die oberen Hautschichten ja in regelmäßigen Abständen erneuern und somit die Farbpigmente mit der Zeit verschwinden würden.

Auf jeden Fall sollte man sich auf Schmerzen beim Tätowieren einstellen, die je nach ausgesuchter Stelle mehr oder weniger stark sind.

Gefahren des Tätowierens:

Oberstes Gebot ist die Hygiene: Der Tätowierer muss absolut sauber und steril mit Einwegnadeln arbeiten. Tätowieren kommt einem operativen Eingriff in den Körper gleich.

    • Örtliche Infektionen sind trotz sterilem Arbeiten möglich.
    • Wird nicht steril gearbeitet, können über das Blut Krankheiten wie HIV, Tuberkulose und Hepatitis übertragen werden.
    • Für Diabetiker sind Tattoos tabu. Wunden heilen bei ihnen schlechter ab.
    • Die Farben werden nicht vertragen. Auch bei geprüften Farben können Allergien auftreten. Selbst Farben mit natürlichen Mineralpigmenten können sich fatal auf den Körper auswirken, denn Schwermetalle wie z. B. Nickel oder Chrom wirken im Körper giftig und können Allergien auslösen.
    • In grellen Rot- und Gelbtönen werden Teerfarbstoffe verwendet. Sie können Krebs auslösen.
    • Nicht auf Muttermale tätowieren. Veränderungen sind sonst nicht mehr sichtbar.
    • Bei falscher oder fehlender Pflege können Entzündungen und Vernarbungen auftreten.
    • Stümperhafte Ausführung.

Piercings

Für viele sind sie das normalste auf der Welt. Unter Jüngeren verziert jeder Zehnte seinen Körper an unterschiedlichen Stellen mit Ringen oder Stäben. Diese werden durch die Haut und das darunter liegende Knorpel- oder Fettgewebe gestochen. Das Stechen ist ein schwerwiegender Eingriff in den Körper, weil teilweise Knorpel durchstochen wird und teilweise Nervenstränge tangiert werden.

Piercing

Gefahren:

Wird das Stechen nicht fachgerecht vorgenommen, kann es zu einigen Komplikationen kommen. Zu den häufigsten zählen Infektionen mit Bakterien oder Pilzen.

      • An der Augenbraue kann es zu Nervenschädigung kommen. Eine Muskelschädigung, die zur Lähmung des Lidhebers führt, ist selten, kann aber vorkommen. Infektionen am Piercing können auf das Auge übergehen. Wer Kontaktlinsen trägt, kann leicht Entzündungen am Auge durch Fingerkontakt mit dem Piercing bekommen.
      • Bei einem Ohren- oder Nasen-Piercing kann der Knorpel geschädigt oder sogar zerstört werden. Eine eventuelle Infektion kann durch Ausbreitung in Richtung Gehirn oder Herz lebensbedrohlich werden.
      • Beim Zungen-Piercing werden oft die Zähne geschädigt. Die mechanische Einwirkung des Piercings auf den Zahn schädigt den Zahnschmelz. Selten kann es zu einem lebensbedrohlichen Zuschwellen der Atemwege führen.
      • Ein Brustwarzen-Piercing kann die Milchgänge der Frau schädigen und zu späteren Stillproblemen führen.
      • Gerade das Bauchnabel-Piercing, das als harmlos angesehen wird, führt häufig durch Reiben des Hosenbunds zu Infektionen.
      • Intim-Piercings sind besonders gefährlich. Durch eine offene Wunde kann es zur Übertragung von Krankheiten wie Hepatitis oder HIV kommen. Oft schneidet das Piercing durch das Gewebe und reisst aus.
      • Nickelallergie bei ca. 20 % der Träger.
      • Lange Einheilungszeit von 6 – 12 Monaten bei Nabel- und Intim-Piercings.
      • Lang anhaltende Gefühlsstörungen im Bereich der Stichstelle.
      • Nervenschädigungen oft erst Jahre nach dem Eingriff.
      • Jeder 10. Piercingkunde muss wegen der Nachwirkungen einen Arzt aufsuchen.

      Diese Art Körperschmuck ist längst Kult geworden. Sollten Sie darüber nachdenken, sich stechen oder zeichnen zu lassen, lassen Sie große Sorgfalt bei der Auswahl des Motivs, der Körperstelle und der Auswahl des Studios walten. Tätowierer können echte Künstler sein und mit dem entsprechenden Handwerkszeug und guter Hygiene müssen Sie sich keine Sorgen machen.

      Informieren Sie sich auf bekannten Tattoo- und Piercingseiten im Internet, auf Messen oder bei Bekannten. Mund-zu-Mund Propaganda ist meistens am sichersten. Schauen Sie sich den Tätowierer oder Piercer, seine Räume und das Werkzeug vorher genau an. Wenn Sie dann ein gutes Gefühl haben, steht dem Körperschmuck nichts mehr im Wege.